Bald sind Wahlen und so langsam muss man sich entscheiden, welche Partei man wählen möchte. Für viele Tierliebhaber ist auch der Tierschutz sehr wichtig und kann einen Schritt zur Entscheidung beitragen. Die ZZA hat einige große Parteien hierzu befragt und wir haben es für euch zusammen gefasst. Happy-Nager versteht sich als Online-Redaktion, dieser Beitrag ist ohne Wertung und spiegelt nicht die Meinung von Happy-Nager oder einzelnen Personen wieder. Er dient nur der Information.

Sind Maßnahmen geplant, um den gesellschaftlichen Nutzen, der sich aus dem Umgang des Menschen mit den Heimtieren ergibt, zu fördern?

CDU/CSU
Sie möchten mit dem Abbau hemmender Vorschriften für die Haltung von Heimtieren in sozialen Einrichtungen, den Einsatz von Therapietieren, Blindenhunden, Tieren in Seniorenheimen usw. fördern.

SPD
Die SPD sieht bei den privat gehaltenen Heimtieren keinen Förderungsbedarf, allerdings sehen sie einen dringenden Handlungsbedarf bei den Tierheimen. Diese müssen, nach Meinung der SPD, dringend mehr unterstützt werden.

FDP
Die FDP sieht die Bindung von Mensch zum Tier als sehr wichtig an und möchte Tierheime unterstützen, sowie sich dafür einsetzen, dass der Umgang mit Tieren zum festen Bestandteil des fakultativen Bildungsplans in Schulen und Kindergärten wird.

Bündnis 90 die Grünen
Die Grünen planen keine derartigen Maßnahmen.

DIE LINKE
DIE LINKEN sehen die therapeutische Funktion von Tieren als oft verzichtbar, wenn denn sozialpädagogisch, pädagogisch und psychologisch präventiver gearbeitet würde. Deswegen planen diese keine Maßnahmen, möchten aber die Tierheime mehr unterstützen.

Wird sich Ihre Partei für eine Berücksichtigung von Heimtieren bei der Bemessung von Sozialleistungen einsetzen?

CDU/CSU
CDU und CSU haben bei den Sozialleistungen eine Neuberechnung und Erhöhung bezüglich der Ausgaben für Heimtiere geprüft. Jedoch kann hier leider nur Auslagen zu Grunde gelegt werden, die der Existenzsicherung dienen. Wie das Sozialgericht mehrfach bestätigte, gehören die Heimtiere nicht hierzu. Die Partei setzt also weiterhin auf den Abbau von Arbeitslosigkeit, denn ein geregeltes Einkommen würde auch dem Halter des Tieres helfen, dieses zu finanzieren.

SPD
Aufwendungen für Haustiere sollen, nach den Vorstellungen der SPD, für Bedürftige erstattet werden. Die Höhe soll sich nach einem Regelsatz richten.

FDP
Die FDP strebt eine Vereinheitlichung und Pauschalierung aller Sozialleistungen in einem Budget an, das in Form des “Liberalen Bürgergeldes”. Hiermit wollen sie die Unterstützung von Bedürftigen und Arbeitslosen neu ordnen. Da jedem selbst überlassen ist, wofür er dieses Geld ausgibt, könne dieses Geld auch in die Heimtiere investiert werden.

Bündnis 90 die Grünen
Der Partei ist es wichtig, dass auch die sozialschwachen Bürgen, an der soziokulturellen teilhaben können. Sie möchten daher den Regelsatz auf 420 pro Erwachsener erhöhen. Somit wäre auch Geld für z.B. Haustiere übrig.

DIE LINKE
DIE LINKE weiß um die Wichtigkeit von Haustieren gerade bei Sozialschwachen und auch dass dies mit dem jetzigen Arbeitslosengeld nicht abgedeckt wird. Sie möchten Möglichkeiten prüfen, dies zu ändern.

Wie steht Ihre Partei zu einem Importverbot von Heimtieren?

CDU/CSU
Ein Importverbot wird abgelehnt. Jedoch setzen sie sich für Nachzuchten im Heimamtgebiet der Arten ein. Der illegale Handel mit Wildfängen gefährlicher und gefährdeter Tierarten muss jedoch unterbunden werden.

SPD
Wir unterstützen ein Importverbot von Heimtieren.

FDP
Ein pauschales Importverbot von Heimtieren wird abgelehnt. Tiere, die unter internationalem Artenschutz stehen, sollen aber nur mit einem Zuchtzertifikat importiert werden dürfen. Zusätzlich setzt die FDP auf mehr Aufklärung von Zoofachverkäufern.

Bündnis 90 die Grünen
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich für ein europäisches Importverbot für wild gefangene Tiere ein. Tiere aus Nachzuchten sind davon nicht betroffen.

DIE LINKE
Den Import von der Natur entnommenen Wildtieren lehnen wir ab. Ausnahmen hiervon sollte es nur für bestimmte Arten zu wissenschaftlichen Zwecken bzw. der Auffrischung des Gen-Pools geben können.
Bei Heimtieren sollte aber soweit es geht sichergestellt sein, dass die Zucht- und Haltungsbedingungen auch den deutschen tierschutz- rechtlichen Bestimmungen entsprechen.

Halten Sie die bestehenden tierschutzrechtlichen Regelungen zur Heimtierhaltung für zweckdienlich oder planen Sie Veränderungen?

CDU/CSU
Die CDU/CSU setzt auf die Fachkompetenz der Zoofachhändler. Hier soll zu jedem Heimtier eine schriftliche Information zur Haltung mitgegeben werden. Gute Beratung, Informationsangebote und Ausbildungskurse halten sie für sinnvoll.

SPD
Die SPD möchte eine verpflichtende Kennzeichnung, Registrierung und Kastration von Katzen im Freilauf, sowie eine Kennzeichnung und Registrierung aller gehaltenen Hunde.
Sie wollen mit einem Verbandsklagerecht den Tierschutzorganisationen die rechtliche Handhabe geben, um wirkungsvoller gegen Tierschutz-Verstöße vorgehen zu können.

FDP
Die Liberale setzen vor allem auf die Eigenverantwortung und begrüßen es, wenn sich Menschen verantwortungsvoll der Tierhaltung in ihrem Eigenheim annehmen. Auch sie machen sich stark, dass der Käufer beim Kauf besser beraten wird. Weitere Maßnahmen sind derzeit in der FDP nicht geplant.

Bündnis 90 die Grünen
Sie möchten, dass der ein Haustier erwirbt, seine Fachkenntnis zu diesem darlegen muss. Diese Qualitätsverbesserung in der Heimtierhaltung wird auch dem Fachhandel zu Gute kommen.

DIE LINKE
DIE LINKEN sagen, dass das Tierschutzrecht insgesamt reformbedürftig ist. Die Gesetzesnovelle der Bundesregierung war in vieler Hinsicht ein Rückschritt. Strengere Regelung in Hinsicht auf Nutztierhaltung, Tierversuchen und auch der Qualzucht seien nötig. Der anachronistische Schenkelbrand gehört ebenfalls abgeschafft, die öffentliche Verlosung von Tieren verboten. Die Linken fordern daher einen Sachkundenachweis für Tierhalterinnen und Tierhalter.

Quelle: Artikel der ZZA

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Wir haben auch die etwas kleineren Parteien nach Ihrer Meinung gefragt. Leider haben die Piraten es nicht für nötig gehalten uns zu antworten. Im Gegensatz dazu, hat sich die Alternative für Deutschland (AfD) sehr ausführlich unseren Fragen gestellt. Wie vielleicht einige wissen wurde die AfD erst im April 2013 in Berlin gegründet. Verständlicher Weise hat die Partei noch nicht auf alle Fragen eine Antwort.

Dennoch ist der Arbeitskreis Tierschutz gerade in Gründung und wird viele der Themen ausführlich diskutieren. Im Gespräch mit Martina Kempf einer der Bundestagskandidatin der AfD konnten wir erfahren, dass viele neue Ideen im Arbeitskreis diskutiert werden sollen. Nicht nur die Nutztierhaltung, sondern auch die Haustierhaltung und der Umgang mit Exoten soll neu geregelt werden.

Ein kleines Beispiel:
Frau Kempf antwortete uns auf die Frage: Welche Maßnahmen sie Plane die Heimtierhaltung stärker zu fördern, dass sie es für sehr sinnvoll hält, die private Nutztierhaltung zu fördern, also etwa Hühner, auch Zwerghühner, Ziegen, evt. Schweine, Enten, Gänse etc. Sie begründete ihre Haltung damit, dass diese Tiere in der industriellen Massentierhaltung ein meist qualvolles Leben führen und sie glaubt im familiären Umfeld diese Tiere artgerechter, so “zu Großmutters Zeiten” gehalten werden. Sie selber hat sich entschlossen, Zwerghühner zu halten, um eigene Eier zu haben und nicht die Massentierhaltung unterstützen zu müssen.

Wir möchten uns bei allen Parteien für die nette Zuarbeit bedanken und freuen uns auf einen spannenden Wahlkampf. Wir bitten alle Leser wählen zu gehen, es ist wichtig denn: Wer nicht wählt, darf zum Schluss nicht meckern!