Wer kennt diese Sprüche nicht? Man versucht jemanden darauf aufmerksam zu machen, dass der Käfig zu klein ist oder das Tier dringend einen Artpartner braucht und dann kommen Sprüche wie: “ich habe schon seit 20 Jahren Meerschweinchen!” oder “mein Hamster damals wurde auch 2 Jahre alt” und auch sehr beliebt: ” Mein Meerschweinchen lebt seit 6 Jahren alleine und ist glücklich, er hat ja mich!”

Sätze die den Tierschützern und Liebhabern immer wieder Tränen in die Augen treiben. Tränen aus Wut, Verzweiflung und Trauer.

Wie kommt es dazu, dass Menschen immer noch glauben, dass Tiere in Einzelhaltung oder zu kleinen Plasikkäfigen glücklich wären?
Zum Einen wird es daran liegen, dass viele Menschen es einfach nicht interessiert. Das Tier wurde für die Kinder angeschafft und gut. Dann gibt es diese Art Menschen, die sich einfach nicht gerne kritiesiren lassen. Dies gibt ihm das Gefühl Fehler zu machen und wer macht schon gerne Fehler???

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt, dass die Tiere sich meist mit dem arrangieren was wir ihnen bieten. Ein Meerschweinchen in Einzelhaltung wird sicher eine zeitlang trauern, doch der Überlebenstrieb ist meist stärker und so findet er sich mit seiner Situation ab. Es wendet sich an die einzige Alternative die da ist- den Menschen. So Pfeifft es, kommt ans Gitter und wirkt zutraulich und glücklich. Der Hamster in seinem kleinen Plastikknast läuft stundenlang im Laufrad, ist ja normal, sagen sich die Halter. Dass für ein schönes Hamsterleben weitaus mehr dazu gehört als nur in einem meist viel zu kleinem Rad zu laufen, wird dabei übersehen oder ignoriert.

Der nächste Punkt ist, der Versuch einer Vergesellschaftung. Oft wird dies unwissentlich und alleine durchgeführt. Nicht selten mit dem falschen Partnertier und leider viel zu oft in einem Käfig. Sobald die Tiere sich anzicken, werden sie getrennt und die VG gilt als Gescheitert. Das wird vielleicht zweimal versucht und danach bekommt das Tier den Stempel: unverträglich!

Männliche Tiere werden oft nicht kastriert um dann mit einer Partnerin leben zu können, denn das kostet ja Geld. Überhaupt ist der Gang zum Tierarzt schon sehr lästig.
So fristen doch viele Rammler und Meerschweinchenböcke ein einsames Leben.

Dann gibt es auch wieder ältere Tiere wo der Partner verstirbt, da die Besitzer aber keine neuen Tiere mehr möchten, sich aber aus lauter “Liebe” nicht von ihrem trennen wollen, muss dieses Tier alleine sterben. Dabei gibt es mittlerweile die Möglichkeit, ein Leihtier für diese Zeit zu holen. Jedoch ist oft der Egoismuss der Menschen größer.

Ich selber habe es erlebt, nachdem ich eine Frau davon überzeugen konnte ihrem Einzelschweinchen eine Partnerin zu holen. Ich setze die Schweinchendame zu ihm in einen extra aufgebauten Auslauf, er sah sie, schnupperte, quiekte und machte wilde Bocksprünge vor Freude. Rannte immer wieder zu ihr hin und erzählte ohne unterlass. Die Besitzerin hatte ihr Meerschweinchen so noch nie erlebt und war sichtlich gerührt. Jetzt sah er WIRKLICH glücklich aus! Jetzt war sie sie zu 100% überzeugt.

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen sich vor dem Kauf ausgiebig über die Tiere informieren.
Das sie versuchen zu verstehen, dass nur ein Artpartner ein Partner ist, denn welcher Mensch möchte sein Leben mit einem Affen verbringen?
Ich wünschte, mehr Menschen würde sich gleich Hilfe holen und nicht sofort aufgeben. Gibt es doch genug Notstationen und Züchter die gerne Helfen.
Wenn diese Menschen auch nur halb so viel Zeit investieren würden um sich über das Tier zu informieren, wie sich sich vor dem kauf über einen Fernseher informieren würden, würden sicherlich weniger Tiere leiden.
Wenn der Mensch lernt seinen eigenen Egoismuss zu überwinden und sein Tier abgeben würde in eine artgerechte Haltung, hätten wir schon viel gewonnen. Denn das Tier, ist auf uns angewiesen.

Kein Tier, dass in der Natur in Gruppen oder Paarhaltung lebt ist glücklich wenn es bei uns mit Artfremden (egal ob Mensch oder Tier) leben muss. Kein Tier kann sich wirklich mit zu wenig Platz arrangieren. Sie werden in der Haltung eh schon eingeschrenkt gegenüber ihrem natürlichen Lebensraum, sollten wir ihnen also so viel Platz wie möglich schaffen. Und wenn das nicht geht, auf die Haltung verzichten!