Eine Notstation für Nager oder Kaninchen sollte gewisse Voraussetzungen erfüllen. Natürlich hat auch hier die artgerechte Haltung und Verpflegung der Tiere oberste Priorität. Jedoch macht eine gute Notstation noch mehr aus.

Alle Tiere die in eine Notstation kommen, müssen erst einmal in Quarantäne. Dies dient dem Schutz der schon vorhandenen Tiere sowie der Tiere, zu denen das Nottier evt. vermittelt wird. In dieser Zeit wird
das Tier auf seine Gesundheit gecheckt, männliche Tiere kastriert und bei weiblichen Tieren eine Trächtigkeit ausgeschlossen.

Im Sinne des Tierschutzes verlässt kein männliches Tier unkastriert die Notstation, dies gilt besonders für Kaninchen und Meerschweinchen (Ausnahmen sind z.B. Mäuse, Hamster usw). Ebenso darf kein trächtiges
Tier vermittelt werden. Diese bleiben bis nach der Aufzucht der Jungtiere in der Notstation. Erst danach dürfen sie in ein neues Heim ziehen. Das gilt auch für die Kastrationsfrist der männlichen Tiere.
Kaninchen und Meerschweinchen können noch bis 6 Wochen nach der Kastration decken. Deshalb dürfen sie erst danach zu den Damen. Ausnahmen sind hier, die Vermittlung zu Bockgruppen oder zu einem
anderen männlichen Partner. Unkastrierte Tiere werden nur dann vermittelt, wenn das Risiko der Kastration aufgrund des hohen Alters oder einer chronischen Erkrankung zu hoch ist.

Eine Notstation gibt die Tiere nur mit einem Schutzvertrag ab, dieser soll unter anderem sicher stellen, dass das Tier weiterhin artgerecht gehalten und gepflegt wird. Jeder Verstoß gegen den Schutzvertrag
ermächtigt die Notstation, das Tier wieder zurück zu nehmen. Ebenso wichtig ist die Schutzgebühr. Diese ist nicht nur als Schutz für das Tier gedacht, sondern auch um das Überleben der Notstation zu sichern. Denn eine Notstation ist ein teures Hobby. Viele werden privat betrieben und dürfen so keine Spenden nehmen, sie finanzieren sich alleine. Dazu gehört nicht nur Futter, Heu und Streu, sondern auch Tierarztkosten und Transportkosten.

Normal werden die Tiere in das neue Zuhause gebracht. Hier wird zum Einen die artgerechte Haltung überprüft und zum Anderen das Tier mit den evt. schon vorhandenen Tieren vergesellschaftet. Sollte die
Vergesellschaftung schief gehen, nimmt die Notstation das Tier wieder mit. Grundsätzlich sollte sie immer ein Ansprechpartner für den neuen Halter sein. Im Schutzvertrag ist auch gesichert, dass das Tier zu
jederzeit zurückgenommen werden kann, wenn der neue Halter es nicht mehr pflegen kann.Einige Notstation vermitteln auch bundesweit, dies erfolgt dann meist über die Mitfahrerzentrale. Aber auch hier wird vorher die Haltung überprüft. Dies kann sogar persönlich über eine Kontaktperson vor Ort erfolgen.

Viele Notstationen sind vom Veterinäramt überprüft, jedoch ist es von Bundesland zu Bundesland und zum Teil sogar von Bezirk zu Bezirk verschieden, ob dies gefordert wird oder nicht. Jede neue Notstation
sollte sich hierfür bei Vet-amt informieren, ob dies nötig ist.
Grundsätzlich ist dies jedoch empfehlenswert.

Die Tiere werden nur gesund abgegeben. Sollte ein Tier eine chronische Krankheit haben, wie zum Beispiel eine Herzschwäche oder Schilddrüsenerkrankung, wird die Notstation darauf hinweisen. Ebenso wird sie Auskunft darüber geben, welche Aufgaben damit auf den neuen Halter zukommen. Dies können regelmäßige Tierarztbesuche oder die Gabe von Medikamenten sein.

Achtet darauf, wo Ihr Eure Tiere holt, schaut genau hin und fragt auch ruhig nach. Die meisten Notstationen haben auch nichts dagegen, wenn man sie vor Ort besucht kommt und schaut, wie die Tiere leben.